Teamentwicklung endet nicht bei Scrum

Wer entwickelt eigentlich die Teams, die nicht agil arbeiten?
Wenn heute von Teamentwicklung gesprochen wird, geht der Blick häufig in Richtung agiler Teams.
Scrum, Retrospektiven, Daily Stand-ups oder Agile Coaches gehören in vielen Unternehmen inzwischen selbstverständlich dazu. Zusammenarbeit wird dort nicht dem Zufall überlassen – sie wird regelmäßig reflektiert.
Doch je länger ich Organisationen begleite, desto häufiger beschäftigt mich eine andere Frage:
Wer entwickelt eigentlich die Teams, die nicht agil arbeiten?
Denn der Großteil vieler Unternehmen arbeitet nach wie vor außerhalb agiler Frameworks. Fachabteilungen, Verwaltung, Servicebereiche oder Führungsteams stehen ebenso täglich vor der Aufgabe, miteinander erfolgreich zusammenzuarbeiten.
Auch dort entstehen Missverständnisse, Konflikte, Rollenkonflikte oder unausgesprochene Erwartungen.
Der Unterschied liegt oft nicht in den Menschen.
Sondern darin, dass es keinen festen Raum gibt, diese Zusammenarbeit gemeinsam zu betrachten.
Vielleicht liegt die größte Stärke agiler Methoden deshalb gar nicht in Scrum oder Kanban selbst.
Vielleicht liegt sie darin, dass sie Reflexion fest in den Arbeitsalltag integriert haben.
Denn gute Zusammenarbeit entsteht nicht automatisch.
Sie entsteht dort, wo Teams regelmäßig innehalten und sich fragen:
Was läuft gut?
Was erschwert unsere Zusammenarbeit?
Was möchten wir verändern?
Diese Fragen sollten keine Besonderheit agiler Teams sein.
Sie sind überall dort relevant, wo Menschen gemeinsam Verantwortung tragen.
Vielleicht ist deshalb nicht die entscheidende Frage, ob ein Team agil arbeitet.
Sondern ob es überhaupt einen Raum gibt, in dem Zusammenarbeit gemeinsam reflektiert werden kann.
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